LS11.3 Kleben: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Primer darf logischerweise nicht auf Metall oder Kunststoff oder Ähnlichem angemischt werden, weil er ja ansonsten schon seine ersten Verbindungen eingeht und damit die Enden, die mit dem Metall oder dem Kunststoff in Verbund treten und für die Adhäsion sorgen, dann schon verbraucht werden.
Der Primer darf logischerweise nicht auf Metall oder Kunststoff oder Ähnlichem angemischt werden, weil er ja ansonsten schon seine ersten Verbindungen eingeht und damit die Enden, die mit dem Metall oder dem Kunststoff in Verbund treten und für die Adhäsion sorgen, dann schon verbraucht werden.


Weiter unten findest du Bilder von Fertigteilen, die nochmal deutlich machen, wie so eine Klebeverbindung vorbereitet werden muss. Es ist sehr wichtig, dass auch die Form so ausgewählt ist und die Klebeverbindung so vorbereitet wird, dass die beiden Werkstücke auch ohne Kleber schon fest und genau ineinander sitzen. Das heißt, es muss ein Formschluss da sein und nicht nur ein Kraftschluss durch Kleber. Dieser Formschluss bedeutet, dass man die beiden Teile, also die Sekundärkrone und der Modellguss, so ineinander fügen kann und anschließend kleben kann, dass sie auf jeden Fall eine stabile Position haben. Außerdem verbessert das noch die Klebeverbindung und die Festigkeit der Klebeverbindung, wenn es gleichzeitig einen Formschluss gibt. Der Spalt soll sehr klein sein. Tatsächlich werden für die Breite des Klebespaltes 0,1 bis 0,2 Millimeter empfohlen. Das sind 100 bis 200 Mikrometer. Das ist nicht viel und bedarf einer sorgfältigen Verarbeitung!.
Weiter unten findest du Bilder von Fertigteilen, die nochmal deutlich machen, wie so eine Klebeverbindung vorbereitet werden muss. Es ist sehr wichtig, dass auch die Form so ausgewählt ist und die Klebeverbindung so vorbereitet wird, dass die beiden Werkstücke auch ohne Kleber schon fest und genau ineinander sitzen. Das heißt, es muss ein Formschluss da sein und nicht nur ein Stoffschluss durch Kleber. Dieser Formschluss bedeutet, dass man die beiden Teile, also die Sekundärkrone und der Modellguss, so ineinander fügen kann und anschließend kleben kann, dass sie auf jeden Fall eine stabile Position in alle Raumrichtungen haben. Außerdem verbessert das noch die Klebeverbindung und die Festigkeit der Klebeverbindung, wenn es gleichzeitig einen Formschluss gibt. Der Spalt soll sehr klein sein. Tatsächlich werden für die Breite des Klebespaltes 0,1 bis 0,2 Millimeter empfohlen. Das sind 100 bis 200 Mikrometer. Das ist nicht viel und bedarf einer sorgfältigen Verarbeitung!.


===Bilder und Videos zur Vorbereitung der Klebeverbindung zwischen Senkundärteil und Modellgussgerüst===
===Bilder und Videos zur Vorbereitung der Klebeverbindung zwischen Senkundärteil und Modellgussgerüst===

Version vom 13. September 2026, 16:42 Uhr

Kleben

Beim Kleben werden zwei Werkstücke, z,B. eine Sekundärkrone und eine Modellgussbasis, mithilfe eines Klebstoffs irreversibel verbunden.

Für die Festigkeit wird einerseits durch die Eigenfestigkeit der Klebeverbindung bestimmt. Diese beruht auf sogenannter Kohäsion. Als Kohäsion (von lateinisch cohaesum, cohaerere „zusammenhängen“) bezeichnet man die Bindungskräfte zwischen Atomen sowie zwischen Molekülen innerhalb eines Stoffes. Die Kräfte sorgen für seinen Zusammenhalt. Kohäsion ist also der Halt innerhalb des Klebestoffs (Kleber) selbst.[1]

Andererseits ist der Verbund mit den beiden zu verbindenden Oberflächen entscheidend. Der Verbund wird als Adhäsion bezeichnet. Adhäsion (lateinisch adhaerere „anhaften“), auch Adhäsionskraft genannt, ist der physikalische Verbund zwischen zwei Grenzfächen unterschiedlicher Werkstücke.[2] Kohäsion ist als z.B. bei der oben genannten Verbindung der Verbund zwischen Kleber und Metalloberflächen.


Auszug aus der Verarbeitungsanleitung eines dualhärtenden Klebers sowie des passenden Primers

"Werkstückvorbereitung

Die zu verklebenden Flächen mit Aluminiumoxid (Körnung 110 µm) abstrahlen, Metalle und BioHPP bei 2-3 bar Druck, Zirkonoxid und Li-Disilikatkeramik bei max. 2 bar Druck abstrahlen. Sofern erforderlich, mittels Pinsel reinigen (bei starken Verunreinigungen Alkohol zur Reinigung verwenden. Die gereinigten Oberflächen vor dem Verkleben nicht mehr berühren.

Um den Haftverbund zwischen DTK-Kleber und Klebestelle zu erhöhen, den entsprechenden Primer (MKZ-Primer, K-Primer oder visio.link) gemäß der jeweiligen Gebrauchsanweisung anwenden.


Verkleben

Der DTK-Kleber kann wahlweise mit der beiliegenden Mischkanüle gemischt und auf den zu verklebenden Teilen aufgetragen werden. Beim Anmischen von Hand sollte der DTK-Kleber auf einen Anmischblock gegeben und mit Hilfe eines Spatels gut durchgemischt werden. Beim Mischen mit der Mischkanüle eine kleine Menge austragen, bis eine gleichmäßige Farbe entsteht. Dann erst den DTK-Kleber aus der Mischkanüle verwenden. Anschließend wird der durchgemischte Kleber auf die Klebestellen aufgetragen und die Bauteile zusammengefügt. Die Verarbeitungszeit beträgt ca. 2 Minuten. Die Aushärtezeit beträgt ca. 6 Minuten bei 20 °C Raumtemperatur und ca. 3 Minuten bei 37 °C im Patientenmund. Die Polymerisation kann durch die Verwendung eines UV-Lichthärtegerätes beschleunigt werden. Die Aushärtezeit beträgt dann extraoral ca. 3 Minuten. Nach dem Aushärten des DTK-Klebers verbleibt an der Oberfläche eine Inhibitionsschicht. Diese kann mit Isopropyl-Alkohol entfernt werden. Ausgehärtete Kleberreste mit Hartmetallfräser oder Diamantwerkzeug entfernen."[3]

Auszug aus der Verarbeitunganleitung eines Primers

"Lagerungs- und Haltbarkeitshinweise

Vor Hitze geschützt bei 4 - 25° C lagern. MKZ-Primer und MKZ EM-Aktivator nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwenden.


Verarbeitung / Anwendung

Achtung: MKZ-Primer / MKZ EM-Aktivator nicht auf metallische oder keramische Anmischplatte oder Gefäße geben, da der MKZ-Primer / MKZ EM-Aktivator mit diesen reagiert und seine Wirkung verliert!


Konditionierung von Metallgerüsten

Metallgerüst mit 110 µm (Aluminiumoxyd) bei 3 bis 4 bar abstrahlen und im Luftstrahl oder mittels Pinsel reinigen. Anmerkung: Verunreinigungen mit Öl, Trennmittel oder Feuchtigkeit, z.B. durch Berühren mit den Fingern, vermeiden. Nicht mit dem Dampfstrahler reinigen. Bei edelmetallfreien Gerüsten MKZ-Primer auf Anmischplatte oder -schale tropfen und das Gerüst mittels Einmalpinsel bestreichen und ca. 30 s trocknen lassen. Bei Edelmetall- und edelmetallreduzierten Gerüsten MKZ-Primer und MKZ EM-Aktivator jeweils einen Tropfen in eine Schale geben, kurz durchmischen, mit einem Pinsel auf das Gerüst auftragen und ca. 30 s trocknen lassen."[4]

Erläuterungen

Der Kleber, der zum Beispiel zum Verkleben eines Sekundärteils mit einer Modellgussbasis verwendet wird, ist ein sogenannter dualhärtender Kleber. Das heißt zum einen ist er eine Autopolymerisat, in dem sich zwei Initiatorenteile aus den beiden Komponenten des Klebers, die angemischt werden, zu einem radikalen Initiator verbinden und dann eine Kettenbildung auslösen. Zum anderen ist das Ganze auch noch lichthärtend, also durch einen Fotoinitiator ausgelöst, sodass mit UV-Licht die Polymerisation beschleunigt kann und verbessert werden kann.

Da Kunststoff aber nun mal mit seinen Kunststoffketten nicht an Metall haftet, benötigen wir einen sogenannten Primer. Ein Primer ist ein ganz spezielles Molekül. Dieses Molekül hat zwei Enden, nämlich auf der einen Seite ein sogenanntes organisches Ende. Dieses organische Ende kann sich mit dem Kunststoff des Klebers verbinden. Das andere Ende verbindet sich mit dem Metall. Es gibt zwei mögliche unterschiedliche Enden für Metalle, je nachdem, ob es eine Nicht-Edelmetall- oder Edelmetalllegierung ist. Das ist entweder eine Phosphorsäuregruppe oder eine Sulfidgruppe.

Die Phosphorsäure bildet mit Nicht-Edelmetall-Legierungen schwerlösliche Salze. Deshalb ist bei NEM-Kleber entsprechend diese Phosphorsäuregruppe dran. Bei Edelmetallen wird eine Schwefelverbindung verwendet, da Schwefel mit Edelmetallen eine ziemlich stabile Verbindung eingeht. Das ist also das Besondere an der Verwendung des Primers und eigentlich ziemlich clever gemacht

Wir haben also den Kleber an sich, der einfach nur ein Acrylat, also ein Kunststoff ist, der polymerisiert auf diese zwei genannten Arten in sich selbst und damit durch Kohäsion fest ist. Aber damit der Kleber zwischen den Werkstücken auch am Metall der Werkstücke haftet, gibt es eben das andere Ende der Moleküle, das oben schon beschrieben wurde.

Damit nun diese Oberfläche möglichst groß ist, auf der das Kleben passiert, also die Adhäsion zwischen dem Kleber und der Metalloberfläche, wird die Metalloberfläche durch Abstrahlen angerauht. Damit ist sie größer und beitet mehr Möglichkeiten für chemsiche Verbindungen durch den Primer. Außerdem kann sich der Kunststoff des Klebers in den Rauheiten der Oberfläche verkeilen und bietet zusätzlichen mechanischen Halt.

Der Primer ist wiederum notwendig und wird auf das abgestrahlte Gerüst aufgetragen, weil sonst die Verbindung, die oben beschrieben wurde, nicht aufgebaut werden kann. Das heißt, der Primer vermittelt sozusagen, wie vorhin schon erwähnt, zwischen dem Kleber selbst, der ein Kunststoff ist, und der Metalloberfläche. Und da der Kleber ja zwischen diesen beiden Metallteilen ist, funktioniert das in beide Richtungen. Das heißt, beide Metallteile müssen auch mit Primer vorbehandelt werden.

Die beiden genannten Namen hier der verwendeten Kleber, beziehungsweise des Primers der Firma Bredent, sie heißen MKZ Primer und DTK Kleber. Das sind Markennamen, so wie Tempo Taschentuch meint und eigentlich ein Papiertaschentuch ist. Eigentlich ist das einfach nur ein dualhärtender Kleber und ein passender Primer dazu.

Der Primer darf logischerweise nicht auf Metall oder Kunststoff oder Ähnlichem angemischt werden, weil er ja ansonsten schon seine ersten Verbindungen eingeht und damit die Enden, die mit dem Metall oder dem Kunststoff in Verbund treten und für die Adhäsion sorgen, dann schon verbraucht werden.

Weiter unten findest du Bilder von Fertigteilen, die nochmal deutlich machen, wie so eine Klebeverbindung vorbereitet werden muss. Es ist sehr wichtig, dass auch die Form so ausgewählt ist und die Klebeverbindung so vorbereitet wird, dass die beiden Werkstücke auch ohne Kleber schon fest und genau ineinander sitzen. Das heißt, es muss ein Formschluss da sein und nicht nur ein Stoffschluss durch Kleber. Dieser Formschluss bedeutet, dass man die beiden Teile, also die Sekundärkrone und der Modellguss, so ineinander fügen kann und anschließend kleben kann, dass sie auf jeden Fall eine stabile Position in alle Raumrichtungen haben. Außerdem verbessert das noch die Klebeverbindung und die Festigkeit der Klebeverbindung, wenn es gleichzeitig einen Formschluss gibt. Der Spalt soll sehr klein sein. Tatsächlich werden für die Breite des Klebespaltes 0,1 bis 0,2 Millimeter empfohlen. Das sind 100 bis 200 Mikrometer. Das ist nicht viel und bedarf einer sorgfältigen Verarbeitung!.

Bilder und Videos zur Vorbereitung der Klebeverbindung zwischen Senkundärteil und Modellgussgerüst


Animationen



  1. Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Koh%C3%A4sion_(Chemie)
  2. Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Adh%C3%A4sion
  3. Bredent Group; Gebrauchsanweisung DTK-Kleber; 000543EX DTK-Kleber
  4. Bredent Group; Gebrauchsanweisung 20161212 MKZ-Primer MKZ EM-Aktivator