LS3.1 Schädelbezügliche Bewegungssimulation

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Hr. Müllers Michigan-Schiene (siehe Einstiegsszenario) soll natürlich exakt passen. Das bedeutet insbesondere, dass die Aufbisse der Seitenzähne alle absolut gleichzeitig erfolgen müssen. Außerdem muss die Front- und Eckzahnführung genau funktionieren. Die Führungsflächen dafür muss Du in die Schiene ebenfalls "einbauen".

Der Zahnarzt schickt neben einem Stützstiftregistrat auch eine schädelbezügliche Zuordnung mit den Modellen von Hr. Müller mit.

Um eine ersten Eindruck von einer schädelbezüglichen Zuordnung zu bekommen, solltest Du die folgende kleine Aufgabe durchführen:


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Arbeitsauftrag

Lege im Unterricht mit Hilfe der Lehrkraft einen Gesichtsbogen beispielhaft bei einem Mitschüler oder einer Mitschülerin an. Solltest Du diese Aufgabe zuhause durchführen, schau dir dieses Video der Firma Ammann-Girrbach an:

Videolink zu Piped

Individuelles Einartikulieren mit der Camperschen Ebene als Bezugsebene

Ok, beginnen wir ;-). Die Modelle oder Intraoralscans sollen erstmal individuell und nicht mittelwertig mit der Camperschen Ebene als Bezugsebene einartikuliert werden. Das bedeutet, die Bewegungssimulation soll anschließend nicht zur durchschnittlichen UK-Bewegung aller Menschen passen sondern genau zur UK-Bewegung von Hr. Müller!

In diesem Lernvideo werden dir die Grundlagen dazu erläutert:

Folgen von mittelwertiger statt individueller Bewegungssimulation

Mit zwei kleinen Versuchen soll nun die Frage erörtert werden, ob sich der Aufwand der individuellen Bestimmung der Kieferposition zur Herstellung einer adjustierten Aufbissschiene überhaupt lohnt:


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Versuche zu den "Folgen von unterschiedlich langen Bonwilldreiecken aus kranialer und lateraler Sicht

Schneide dir zwei unterschiedliche Papier-Dreiecke aus. Eines mit der Seitenlänge eines mittelwertigen Bonwilldreiecks, ein anderes mit zwei längeren oder kürzeren Schenkeln. Zeige mit Hilfe der Dreiecke die Veränderung der Bewegungsbahn am Inzisalpunkt bei einer Latero- bzw. Mediotrusion bei unterschiedlich großen Bonwilldreiecken. Erörtere zuerst mit deinem Nachbarn und später in der ganzen Lerngruppe, was dein Ergebnis Einstellen von Modellen in einen Artikulator oder eine CAD-Software für die Herstellung einer adjustierten Aufbissschiene bedeutet! Beachte dabei besonders die Eckzahnführung!

Dieses Lernvideo gibt dir einige Impulse zu dem Arbeitsauftrag:



Schneide dir zwei unterschiedlich lange Papier-Unterkiefer aus. Eines mit der ungefähren Seitenlänge eines mittelwertigen Bonwilldreiecks, ein anderes mit zwei längeren Schenkeln. Zeige mit Hilfe der Unterkiefer die unterschiedliche Bewegung der beiden Unterkiefer. Erörtere zuerst mit deinem Nachbarn und später in der ganzen Lerngruppe, was dein Ergebnis Einstellen von Modellen in einen Artikulator oder eine CAD-Software für die Herstellung einer adjustierten Aufbissschiene bedeutet! Beachte dabei besonders die okklusalen Kontaktbereiche im Seitenzahnbereich!


Dieses Lernvideo gibt dir einige Impulse zu dem Arbeitsauftrag:


Individuelles Einartikulieren mit der Frankfurter Horizontalen als Bezugsebene

Weiter gehts! Der Zahnarzt von Hr. Müller verwendet normalerweise die Frankfurter Horizontalen als Bezugsebene beim Anlegen des Gesichtsbogens.

Dazu eine kleine Geschichte aus einem beliebigen Labor, die sich so oder so ähnlich auch bei Dir abspielen könnte:



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Herr Meier hat ein Problem mit dem Gesichtsbogen ...


Folgendes Telefongespräch hat Azubi Harry vor einiger Zeit im Labor Meier aus dem Gipsraum mit einem Ohr verfolgt:


Telefon: Rinnnnnnnnnng, Pause, Rinnnnnnnnnnng

Herr Meier: Dentallabor Meier, Meier am Apparat!

Dr. Quacksalb: Tag Herr Meier, ich bin´s, Quacksalb.

Herr Meier: Ach Hallo, ´tag Herr Dr. Quacksalb (muss immer noch grinsen bei dem Namen), was gibt's´?

Dr. Quacksalb: Also, Herr Meier, ich arbeite wirklich gern mit Ihnen zusammen, es klappte auch immer alles im Rahmen der Möglichkeiten. Aber seitdem ich Ihnen immer häufiger eine schädelbezogene Registrierung per Gesichtsbogen mache, passen die Schienen eher schlechter als besser. Hin und wieder passen sie super, oft passt die Front-Eckzahnführung gar nicht.

Herr Meier: Hm, komisch...(Grinsen vergeht ihm langsam)

Dr. Quacksalb: Sagen Sie mal, für welche Bezugsebene stellen Sie eigentlich die Gelenkbahnneigung bei der individuellen Bewegungssimulation ein, wenn Sie mit Hilfe der Gesichtsbögen die Modelle schädelbezüglich einartikuliert haben?

Herr Meier: Bezugsebene?... Äh, ja also, meistens ... .(Grinsen ist völlig verschwunden)

Dr. Quacksalb: Ja, Bezugsebene, ich verwende die Frankfurter Horizontale als Bezugsebene für den Gesichtsbogen, wenn ich die Campersche Ebene ausnahmsweise benutze, schreibe ich es immer dazu.

Herr Meier: Äh, Hm,....... Oh, Entschuldigung Herr Dr., ich bekomme gerade wichtigen Besuch, äh, ich rufe Sie gleich zurück, Tschüß (kurze Pause) (Richtung Gipsraum gewendet) Harry, komm mal her!



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Problemlösung Level 1


Hilf Herrn Meier bei der Lösung seines Problems! Bearbeite dazu diesen Arbeitsauftrag schriftlich auf Level 1.



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Problemlösung Level 2


Hilf Herrn Meier bei der Lösung seines Problems! Bearbeite dazu diesen Arbeitsauftrag schriftlich auf Level 2.

Schreibe eine kurze Erklärung, wie die eingestellte Gelenkbahnneigung und die gewählte Bezugsebene zusammenhängen.



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Problemlösung Level 3


Hilf Herrn Meier bei der Lösung seines Problems! Bearbeite dazu diesen Arbeitsauftrag schriftlich auf Level 3.

Schreibe (als Text) oder spreche (als Audio-Datei) dazu eine kurze Erklärung, wie Front-Eckzahn-Führung von Schienen und eingestellte HCN zusammenhängen.



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Problemlösung Level 4

Hilf Herrn Meier detailliert und vollständig aus der Patsche!

Schreibe (als Text) oder spreche (als Audio-Datei) den nun logischerweise folgenden Erklärungs-Dialog zwischen Hr. Meier und Harry.

diesen Arbeitsauftrag solltest du zusätzlich zum Dialog bearbeiten. Damit kannst du deine Kompetenzen zusätzlich überprüfen.


Noch mehr Bezugsebenen ...[1] [2]

Bei verschiedenen Sockel- und Splitcastsystemen ist der Platzbedarf im Artikulator ziemlich groß. Das gilt besonders für die Verwendung der Frankfurter Horizontalen als Bezugsebene. Die Modell stehen dann geneigt im Artikulator und benötigen mehr Platz.

Die Firma SAM hat dafür einfach ihre Artikulatoren höher gemacht ;-)! Die Firma AmannGirrbach hat dafür einfach ein neue Bezugsebene erfunden! Sie wurde Patientenhorizontale genannt. Ihre Bezugspunkte sind die oberen Ränder der äußeren Gehörheingänge und die Nasenspitze.

Die Firma Zirkonzahn hat die Ala-Tragus-Linie erfunden. Sie bezieht sich auf den Tragus (kleiner Knorpel am Gehöreingang) und den Ala (Nasenflügelansatz).


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Arbeitsauftrag

Zeichne die Patientenhorizontale in die Bilder des vorherigen Arbeitsauftrages. Messe und diskutiere die notwendige Einstellung der HCN!



Die individuelle Positionierung von Modellen oder Intraoralscans im Virtuellen Artikulator

Natürlich macht es Sinn, Modell- oder Intraoralscans schädelbezüglich in den virtuellen Artikulator zu stellen. Auch dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

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Arbeitsauftrag

  • Schau dir die zwei folgenden Videos in Ruhe an.
  • Beschreibe anschließend die jeweilige Vorgehensweise detailliert in Stichworten.
  • Beurteile die Unterschiede der zwei Möglichkeiten schriftlich. Berücksichtige dabei insbesondere folgenden Aspekte:
    • Position der Kieferscans im "virtuellen Artikulator".
    • Geräteaufwand und Gerätekosten
    • Softwareaufwand und Softwarekosten
    • Qualität der Bewegungssimulation



Dieses Video zeigt die Zuordnung eines Intraoralscans und eines Gesichtsbogens in den Virtuellen Artikulator der Ceramill Mind-Software:

Videolink zu Piped


Dieses Video zeigt die schädelbezügliche Zuordnung der Modelle in Blender4dental mit Hilfe von zwei Photos:

Videolink zu Piped


Bewegungssimulation mit Real Movement

Stell dir vor, du bräuchtest gar keinen virtuellen Artikulator sondern hättest die tatsächlichen natürlichen Kieferbewegungen (Kaubewegung, Protrusion, Laterotrusion usw.) des Patienten in der CAD-Software zur Verfügung ...

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Arbeitsauftrag

  • Schau dir die Videos zum Thema Real-Movement an.
  • Beurteile die Simulation mit dem Real-Movement gegenüber der klassischen Methode.




Video zur Ermittlung der Real-Movement-Daten am Patienten:

Videolink zu Piped


Video zur Verarbeitung der Real-Movement-Daten in einer CAD-Software:

Videolink zu Piped